Am 17. Januar war es wieder so weit: Kölns Kardinal Meisner zelebrierte den ``Soldatengottesdienst`` im Kölner Dom ausgerechnet anläßlich des ,,Weltfriedenstags 2002``. Und wie in jedem Jahr protestierte die Friedensbewegung.
Sie hielt dem NATO-Soldaten-Volk, dem Prediger und den Passanten Transparente und Sandwiche entgegen. ,,Mit Meisners Segen in den Kugelregen`` hieß es da z.B., oder ,,Kriege verhindern, Rüstung ächten`` oder als Zitat des Kardinals: ,,In betenden Händen ist die Waffe vor Mißbrauch sicher.`` So predigte er 1996. Diesmal lautete das markanteste Zitat folgendermaßen: ,,Zwei Steine, die beieinander liegen, behindern und bedrohen sich.`` Eine Diskriminierung der friedfertigen Steine! Wir jedenfalls finden Armeen, die sich gegenüber stehen, bedrohlich!
Da es sich um einen NATO-Soldaten-Gottesdienst handelte, waren hier Vertreter aktiv kriegführender Truppen angerückt - darunter sicher viele solcher deutscher Michel, wie sie das Transparent der Kölner Friedensgruppe ,,Pax an`` zeigt: Ihm - dem Michel - wird mittels ,,Nürnberger Trichter`` die Legitimation des Afghanistan Kriegs durch Kardinal Meisner, Bundeskanzler Schröder und Verteidigungsminister Scharping eingeflößt. Allerlei Waffen und ein Wortsalat aus "humanitär, kollateral, Terrorismus, Kreuzzug, Menschenliebe, Terrorismus, Schurkenstaat, Solidarität Islam = intolerant, bla, bla, bla`` sind da abgebildet.
Auf dem Flugblatt war zu lesen, welche Argumente Kriegsbefürworter und Kriegsgegner anführen - Fazit ,,Wie wäre es, wenn
Es ergaben sich auch Diskussionen mit Soldaten. Dabei fiel auf, daß unter ihnen die US-Politik heftig kritisiert wird. Dennoch befürworten sie militärische Mittel zur Bekämpfung von Terror. Außerdem sei doch immerhin das Unrechts-Regime der Taliban beseitigt worden, ,,was die Friedensbewegung allein ja nicht geschafft hat`. Unsere Erwiderung, daß die Taliban ja erst durch US-Unterstützung an die Macht gekommen seien, stieß wiederum auf Zustimmung. Es wurde aber deutlich, daß die Soldaten sich als Beschützer ,,westlicher Werte`` verstehen und sich darin durch den Gottesdienst bestätigt sehen. Umgekehrt würde es Sinn machen wenn die christlichen Kirchen sich eindeutig für zivile Maßnahmen zur Konfliktbearbeitung einsetzen würden. Für Friedensfachkräfte sind im Bundeshaushalt kaum Finanz-Mittel vorgesehen, der Bundeswehretat hingegen wächst. Dieses Mißverhältnis zu korrigieren, dafür wird die Friedensbewegung weiterhin eintreten! Frieden ist nicht der Weg des geringsten Widerstandes!
Ariane Dettloff und Luzie U. Wingen, ,,Pax An`` (Arbeitskreis Frieden Köln)